letzte Änderung
16.04.2008

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    Dieses Gedicht hat Herr George
    bei der Vernisage von Heinz Kocks
    in der Nordsee Akademie am 03.04.2006
    vorgetragen.
    siehe Aktivitäten!

Bereitgestellt vom Atelier für Textgestaltung  www.text-rede.de
siehe auch unter Text- Kunst
.

Hymne an einen Baum

Mein Bruder Baum:
Du faltest fromme Hände
andächtig über raunendes Gelände
und senkst die Stirn demütig in den Raum.

Der Winter flog mit rauem Schrei
an deinem tiefen Traum vorbei,
den er mit weißen Flügeln streifte.
Oh, herrliches Gefühl der Kraft,
das wintersüber in uns reifte
und neue, selige Qualen schafft!

Mein Bruder Baum:
wir wollen blühn!
Brich auf, du harte Hülle Zeit!
Aus allen Knospen flutet grün
der Strom lebendiger Ewigkeit.
Wir standen lange schattenlos
und frierend in uns selbst verkrochen.
Nun zeige, Leben, nackt und bloß,
daß Liebe in uns aufgebrochen.

Und soll ein reiner Schatten fallen,
muß Sonne uns zu Häupten stehn.
Herauf, du junger Tag, bestürmt von allen,
die dir geschwellt entgegengehn.

Mein Bruder Baum, du stummer Beter:
Wir tauchen Stirn und Hand in reinen Äther
und werfen unser Jauchzen in den Wind.

Wir sind! Wir sind!
 

                        Karl Bröger

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